Bis ich meine Familie fand wurde ich immer gefragt, weshalb ich diesen Vornamen erhalten habe. Eine Frage die ich nie beantworten konnte, bis ich meine Familie väterlicherseits fand. Heute weiß ich, daß ich nach der Großmutter meines Vaters benannt wurde. In dem Ort in dem ich aufwuchs wußte jeder "Bescheid". Auch heute noch, nach all diesen Jahren, fällt es mir, darüber zu sprechen, aber es ist mir klar, daß dies wichtig ist, um all den vielen andere, die noch auf der Suche sind, bei ihrer Suche zu unterstüzen.

Ich möchte Ihnen Mut machen. Es ist nie zu spät um mit der Suche zu beginnen. Daher berichte ich Ihnen über mich, meine Suche und was ich nun mache, um andere in ähnlicher Situation bei ihrer Suche zu unterstüzen. Ich war vierzehn Jahre alt als ich erfuhr, daß mein biologischer Vater ein amerikanischer Besatzungssoldat war. Da der Nachname Brown war, war es sehr schwierig ihn zu finden. Natürlich konnte nur das in den Akten vermerkt werden, was die Mütter angaben und es stellte sich später heraus, daß nicht nur die in den Akten vermerkte Heimatstadt, sondern auch sein Mittelname falsch vermerkt waren und jedermann, außer dem Militär, meinen Vater nur unter seinem Mittelnamen Harlan kannte.

Als ich damals mit meiner Suche begann konnte mir niemand behilflich sein, weder in den USA noch in Deutschland. Das Recht des Soldaten anonym zu bleiben, und das Recht der Mutter die Fakten für sich zu behalten wurden höher bewertet als das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner eigenen Herkunft. Meine Großmutter mütterlicherseits die ich sehr liebte, sagte mir, ich solle darüber nicht traurig sein, denn ich hatte eine Ahnenreihe auf die ich sehr stolz sein könne, und daß die Familie bereits seit mehr als dreihundert Jahren am gleichen Ort gewohnt hatte.

Sie sagte mir auch, daß sie und mein Großvater ihrer Tochter nicht erlaubt hatten, meinen Vater heirateten. Ob sie das nur sagte um mich zu trösten weiß ich nicht, aber was sie mir über meine Ahnen mütterlicherseits erzählte, und die Tatsache, daß ich absolut nichts über meine Familie väterlicherseits wußte, brachten mich zur Ahnenforschung. Ich wollte "dazu gehören" und wenigstens die Hälfte meiner Wurzeln kennen. Meine Großmutter war sehr geduldig mich die alte Schrift zu lehren, und ich hoffte, während meiner Suche irgendwann eine Spur meines Vaters zu finden. Mittlerweile habe ich meine Ahnen mütterlicherseits bis 1432 recherchiert, meine Ahnen väterlicherseits bis 1774, und die väterliche Linie meine Sohnes in Flandern bis 1614.

Zu Beginn meiner Suche wußte ich noch nicht, daß ich so viele Jahre nach meinem Vater würde suchen müssen. Aber selbst wenn ich es gewußt hätte, es hätte mich nicht von der Suche abgehalten. Viele Male wollte ich aufgeben, aber dann, nach ein paar Monaten fing die Sehnsucht wieder an. Unendlich viele Wege, die oftmals in einer Sackgasse endeten, bin ich gegangen, habe tausende von Dollar ausgegeben. Am Ende kann ich sagen, es war den ganzen Aufwand wert.

Wie in vielen anderen Familien wurde auch bei uns nicht über diese Angelegenheit gesprochen. Erst einige Jahre später, als ich volljährig war, bekam ich einige Informationen, vom Jugendamt. Es war das Jahr in dem ich 18 wurde als das Gesetz zur Volljährigkeit geändert wurde. Ich hatte so auf diese Änderung gehofft - drei Jahre des Wartens weniger, um eventuell Informationen zu bekommen. Als ich aber meine Akten einzusehen wollte wurde mir gesagt, alles sei bereits an mich geschickt worden. Ich hatte natürlich nichts erhalten, bzw. es wurde mir zu Hause nicht ausgehändigt. Nach etwa sechs Jahren fand ich heraus, daß nicht alles geschickt wurde, sondern nur Kopien, und ich erhielt endlich einige Informationen, es war mir damals nicht erlaubt in die Akten zu schauen, aber ich konnte Fragen stellen.

Endlich erhielt ich einen Namen, Heimatstadt - die, wie sich später herausstellte, falsch war, Einheit und Alter. Ich fing an zu suchen - ein Jahr, zwei Jahre, zehn Jahre - nichts. Nach dreißig Jahren Suche, unterbrochen durch die Geburt meines Sohnes und Leben und Arbeiten in den USA und fürs US Militär, eines Tages, als ich die Suche endgültig beenden wollte, geschah das Wunder. Ich fand endlich meine Familie und erhielt den ersten Brief kurz vor Weihnachten. Ein Brief, der Weihnachten des Jahres 2000 zu einem ganz besonderen Weihnachtsfest machte.
Ich erhielt nicht nur einen herzlichen Willkommensbrief, sondern auch einige Fotos. Eines davon zeigt meinen Vater (links im Bild) beim Militar und das andere bei der Kentucky State Police. Leider verstarb mein Vater bereits 1984 im Alter von 61 Jahren. Zu dem Zeitpunkt wohnte ich in den USA, wußte aber nicht wo er war. Mein Vater war drei Mal verheiratet. Ich bin aber, soweit ich das bis heute weiß, sein einziges Kind. Er war Veteran des zweiten Weltkrieges und war von 1943 bis 1945 in Europa stationiert. Seine Einheit überquerte den Ozean, zusammen mit vielen anderen Truppen, auf dem Schiff "Queen Mary" von New York nach Glasgow, Schottland. Von dort mit dem Zug nach South Wales und später im Konvoy nach Southampton, England, wo die Einheit etwa einen Monat blieb, und dann per LST (Landungsschiff) über den Kanal. Seine Einheit, Btry A, 774th Field Artillery Bn landete an der Omaha Beach, Normandie, von dort aus nach Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Sein höchster Rang war Sergeant und er erhielt u.a. drei Bronze Stars (für Heldentum). 1947 verließ er das Militär und ging zur neu gegründeten Kentucky State Police. In den frühen 1950er Jahren ging er zurück zum Militär und wieder nach Übersee. Zu dem Zeitpunkt war er im 867th Field Artillery Bn.
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Meine Großmutter hatte recht, ich habe allen Grund auf meine Ahnen stolz zu sein. Ebenso mein Sohn. Seine Ahnen väterlicherseits aus Flandern waren in den frühen 1600er Jahren unter den ersten Siedlern in New Amsterdam (New York). Beide seine Großväter waren Veteranen des zweiten Weltkrieges und sein Vater ist Vietnam Veteran und beide, sein Großvater mütterlicherseits und sein Vater, wurden nach ihrer ehrenvollen Entlassung aus der Armee Polizeioffiziere. Es war ein sehr trauriger Tag für uns als mein Schwiegervater im Jahre 2001 verstarb. Er war ein wunderbarer und freundlicher Mann, der seine Familie und seinen deutschen Enklesohn sehr geliebt hat.

Während der Jahre meiner Suche habe ich nicht nur sehr viel über die Suche nach biologischen Eltern und Ahnenforschung gelernt, sondern auch viele hilfreiche Menschen getroffen, von denen einige sehr liebe und enge Freunde geworden sind, die alles getan haben, um mir bei meiner Suche zu helfen und denen ich im Gegenzug mit ihrer eigenen genealogischen Forschung und Suche helfen konnte. Da ich fürs US Militär gearbeitet habe und einige Jahre in den USA gelebt habe, kenne ich die entsprechenden Gegebenheiten.

Im Laufe der Jahre konnte ich vielen Menschen helfen, das vermißte Bindeglied zu finden, Ahnen, lange verlorene Freunde, Geburtsfamilien und auch lebende Familienmitglieder, leibliche Väter und Großväter die während und nach dem zweiten Weltkrieg in Europa stationiert waren. Viele Besatzungssoldaten, sofern sie noch leben, sind auf der Suche nach ihren Kindern, wissen aber nicht wie so vorgehen sollen. Auch ihnen helfe ich.

Ich bin für einige genealogische und historische Organisationen in Deutschland und den USA tätig, und bin u.a. seit 1985 Mitglied des Vereins für Familien- und Wappenkunde in Baden-Württemberg und der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde.

Um anderen bei der Suche nach ihren vermißten Familienmitgliedern, Ahnen und Nachfahren zu helfen habe ich SearchingForYou, einen professionellen Suchdienst, gegründet. Ich freue mich, anderen bei ihrer Suche nach ihren Familien, Vorfahren oder Nachfahren helfen zu können. Bitte zögern Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Ich werde mein Allerbestes tun, um Ihnen zu helfen.

Über mich



In Europa wurden während und nach dem zweiten Weltkrieg Abertausende sog. Besatzungskinder geboren, von denen die meisten ihre leiblichen Väter nicht kennen und auf der Suche nach ihren Wurzeln sind. Auch ich war lange auf der Suche. Nach all den vielen Jahren des Suchens, der Sehnsucht und Herzschmerzen und den vielen unbeantworteten Fragen, dem Umdrehen jeden Steins, ohne etwas darunter zu entdecken, immer auf der Suche nach der 'anderen Hälfte' war ich erfolgreich, aber es war ein sehr langer Weg.
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